Auf dieser Fotomontage , die unser Blick einfängt, wird die Pieta, ein Meisterwerk Michelangelos, eingefangen, umhüllt von Nuancen des Himmels und des Feuers. Die Skulptur offenbart sich verzerrt aus feurigem Rot, eine Farbe, die unweigerlich Gedanken an Flammen und Konflikte heraufbeschwört. Rot, die Essenz von Leben und Leidenschaft, erweckt unmittelbar Aufmerksamkeit. Es ist die visuelle Manifestation von Vitalität und Blutvergießen. In der christlichen Ikonographie ist Blau traditionell mit dem Göttlichen, mit einer Sphäre jenseits unserer irdischen Existenz, verbunden. Dieser Farbton, einst als Symbol der Weiblichkeit und der Jungfrau Maria verehrt, verkörpert das Unerreichbare. Während Rot die Farbe des Hier und Jetzt ist, entführt uns Blau in das Reich der Träume, der Sehnsucht nach Unendlichkeit. Es symbolisiert sowohl das Bedürfnis nach persönlicher Freiheit als auch die Neigung zur Introspektion, zum Rückzug in die eigene Seele. In seiner Stille und Distanz birgt Blau eine beruhigende Klarheit, welche Neutralität und Objektivität suggeriert; es strahlt Vertrauen aus und schenkt ein Gefühl der Sicherheit.
Die Pieta selbst ist ein Kunstwerk von tiefgreifender Emotionalität, das die Schwingungen von Tragik und Verlust in den Betrachter trägt. Bei einer näheren Betrachtung des Bildes verrät der Hintergrund eine Weltkarte, ein stilles Zeugnis dafür, dass dieses Bild in Zeiten der Pandemie entstanden ist. Sie erzählt von der Pieta, die über die Menschheit trauert, der in diesen dunklen Zeiten die Freiheit genommen wurde.